Krippe in der Johannes Kirche Backnang | © BJ. Lattner

Weihnachts-Botschaft

ACK Klaus Herberts Backnang Weihnachten 2025 

Ich wĂŒnsche Ihnen einen guten Rutsch! 
Ja, jetzt schon, zu Weihnachten: einen guten Rutsch (rosch ist hebrÀisch und bedeutet Anfang, Kopf) ins Neue.

Denn eigentlich beginnt das Neue nicht an Neujahr, sondern an Weihnachten. An Neujahr Ă€ndert sich etwas OberflĂ€chliches, rein Organisatorisches: eine Ziffer in der Jahreszahl. An Weihnachten Ă€ndert sich etwas TiefgrĂŒndiges: Durch die Geburt Jesu wurde und wird vieles anders. 

Die jĂŒdische Philosophin Hannah Arendt hat ihren eigenen Blick auf die Weihnachtsgeschichte: „Dass man in der Welt Vertrauen haben und dass man fĂŒr die Welt hoffen darf, ist vielleicht nirgends knapper und schöner ausgedrĂŒckt als in den Worten, mit denen die Weihnachtsoratorien die ‚Frohe Botschaft‘ verkĂŒnden: ‚Uns ist ein Kind geboren‘.“ In ihrem Hauptwerk „Vita Activa oder Vom tĂ€tigen Leben“ erschafft sie den Begriff der „NatalitĂ€t“, der „GebĂŒrtlichkeit“. Hannah Arendt stellt die Freiheit des Menschen, immer neu anfangen zu können, in den Mittelpunkt ihrer Philosophie. Jede und jeder hat die FĂ€higkeit, selbst einen neuen Anfang zu machen und zu handeln.

Bei Martin Heidegger, dem ersten Lehrer der bedeutenden Philosophin, lĂ€uft das Leben unausweichlich auf den Tod zu. Auch bei vielen christlichen Theologen steht die Kreuzestheologie mit dem Tod Jesu im Mittelpunkt. Hannah Arendt sieht es dagegen mit dem Philosophen, Kirchenlehrer und Bischof Augustinus (von Hippo, der auch den Augustiner-Eremiten Martin Luther stark geprĂ€gt hat) anders: Mensch sein heißt zwar auch sterben mĂŒssen, vor allem aber anfangen können. 

Das steht nicht im Widerspruch zur Jahreslosung fĂŒr 2026. In der Offenbarung an Johannes von Patmos ganz am Ende der Bibel spricht Gott: „Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5)

Mit der Geburt Jesu Christi hat das Neue bereits begonnen. Ich kann immer wieder neu beginnen, wenn ich Fehler mache oder sich mein Horizont weitet. Ich kann mich entschuld(ig)en und Lasten ablegen. Die Botschaft der NĂ€chstenliebe verĂ€ndert die Welt und hoffentlich auch immer wieder mich. Manchmal reicht schon ein kleines Wort.Oder er, das große Wort: „Im Anfang war das Wort ... Alles ist durch das Wort geworden“, beginnt in der evangelischen und katholischen Kirche das Weihnachtsevangelium (Johannesevangelium Kapitel 1).

Jesus kommt in die Welt und schenkt uns neue Chancen, neue Hoffnung und NeuanfÀnge. An Weihnachten. Und an jedem Tag von neuem.
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Quelle: Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Backnang (ACK) | Klaus Herberts