O. T., Öl auf Leinwand, 40 x 50 cm, 2024 | © Barnabas Herrmann

Finissage der Ausstellung „Hic sunt leones“

Barnabas Herrmann am Sonntag 4. Januar 2026 | 16.00 Uhr 

Barnabas Herrmann wird an der Finissage ein performatives Konzert mit Flöte, Stimme und Shruti Box aufführen. 
Zum Abschluss der Ausstellung „Hic sunt leones“ wird Barnabas Jacob Herrmann den Raum zwischen seinen Bildern mit einem performativen Konzert noch einmal musikalisch aktivieren.
Analog zu seiner malerischen Arbeitsweise entfaltet sich auch sein musikalischer Klang im Zwischenraum der Formen. Die üblichen Einheiten der Musik – Intervalle, Rhythmen, Melodien – sind, von nahem betrachtet, eingerahmt und durchsetzt von lauter Zufälligkeiten und Nebensachen: dem Geräusch des Ein- und Ausatmens, den Bewegungen der Klappen des Instruments, dem Räuspern vor dem Beginn, den kaum wahrnehmbaren Gesten, die den Ton modulieren. Diesen verleiht Barnabas Jacob Herrmann in seinen freien Improvisationen ein eigenes autonomes Leben, indem er sie wiederholt, übertreibt, schichtet und in die Länge zieht. Mit Querflöte und Stimme wird vertrautes musikalisches Material in überraschende und assoziationsreiche Klanglandschaften verwandelt, die die Bordune des Harmoniums zum Flirren bringen – amorphe Klangzeichen in einem Gehege aus Orgeltönen.
 
Hic sunt leones – „hier sind Löwen“ bezeichnete auf alten Karten Gebiete, über die man nichts wusste. Der weiße Fleck auf der Landkarte, überschrieben mit dem Namen eines Tiers, das alle Assoziationen an das Unbekannte bündelte und so einen Raum beschrieb, der sowohl Gefahr als auch Verheißung bedeuten konnte.
Erst mit dem Verschwinden der letzten weißen Flecken von den Landkarten der Erde entstand die Sehnsucht der Menschen nach dem, was dort zu finden gewesen wäre. Die vollständig technisierte Kultur baut sich in ihre Mitte einen Garten, entworfen nach dem Idealbild ihres konstruierten Gegenübers – der wilden Natur.
Im Zoo sind Löwen, und doch gibt es dort über Löwen kaum etwas, über Menschen aber vieles zu erkennen.
 
Barnabas Jacob Herrmann wuchs in Herdecke (Nordrhein-Westfalen) in einer Grenzregion zwischen Wäldern und Industriegebieten auf. Er studierte in Leipzig Philosophie, Musik- und Kunstpädagogik und seit 2023 Malerei bei Anne Neukamp an der HfBK Dresden.
 
Der Eintritt in die Ausstellung ist frei. Die regulären Öffnungszeiten der Galerie im Helferhaus sind Dienstag bis Freitag von 16 bis 19 Uhr, Samstag von 11 bis 18 Uhr und Sonntag von 14 bis 18 Uhr.
 
Aktuelle Informationen findet Sie unter www.huk-verein.de

Quelle: Heimat- und Kunstverein Backnang | Stefanie HĂĽbner

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