Epiphanie oder Epiphanias
Heilige Dreikönige
Epiphanie oder Epiphanias, so heißt das Fest, das die Christen (katholisch Epiphanie, evangelisch: Epiphanias – Wir kennen das Wort Phänomen) am 6. Januar feiern. Das ist ein griechisches Wort heißt wörtlich übersetzt „Aufscheinung”. Es hat den biblischen Hintergrund, des Besuches der „Magier” (Matthäusevanglium 2,1-12) beim neugeborenen Jesuskind. Die Magier stehen für die Heidenvölker die die angebrochene Völkerwallfahrt der Endzeit, die von den Propheten angekündigt wurde, sichtbar macht. Die Heiden stehen da nicht als Ungläubige, denn sie beten ja an, kommen, machen sich auf dem Weg, folgen dem Stern, sondern der Begriff meint die Ergänzung zu Juden, denen die Botschaft ja zuerst gilt.
Die Heiden, das sind wir, die an der Verheißung teilhaben. Man kann sich eine Sternenkonstellation von Jupiter und Saturn vorstellen, der eine galt als Königsstern und der andere als Stern des jüdischen Volkes.
Zudem gab es die Weihrauchstraße, die vom Jemen über die Straße am Meer entlang, durch Jerusalem führte, am See von Genesareth entlang und in Damaskus ankam. Weihrauch wurde in beinahe allen Tempeln gebraucht. Die Weihrauchstaude wächst eben am besten dort. Nabatäer, mit deren Hauptstadt Petra sollen bei Nacht unterwegs gewesen sein, quasi als reiches Handelsvolk und diesen handel teilweise kontrolliert haben.
Aber wie immer das genau war, jedenfalls ist es dem ganzen Matthäusevangelium ein Anliegen zu sagen, dass alle Völker zum Herrn gerufen sind, man denke nur an die berühmte Gerichtsrede an alle Menschen:
„Was ihr einem meiner geringsten Brüder oder Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan”, Matthäus 25,31ff.
Früher sagte man zu dem Fest: Heilige Dreikönige, aber die heiligen Dreikönige gab es vermutlich nie, die sind eine Erfindung des Mittelalters. Man hat ihnen sogar einen Riesenreliquienschrein mit dem Kölner Dom gebaut, weil ja auch das Königtum damals so bedeutend war und die Verehrung der heiligen Könige Macht festigte. Aber im Grunde ist das nicht so wichtig, wer da immer im Kölner Dom begraben liegt, wichtig ist, dass Menschen aufbrechen und ihrer Sehnsucht nachspüren, und vielleicht auch Christus finden. Die Geschichte mit den Dreikönigen hat sich langsam entwickelt, denn auch die Dreizahl ist eine Erfindung.
Im Evangelium steht nur das Wort Magier, also Sternenkundige, die vielleicht bei Nacht reisten, vielleicht wegen der Hitze und die Sterne sehr gut kannten. Es wurden den Dreien sogar drei Altersstufen zugeordnet: Jugend, in mittlerem Alter und ein Greis,- ja sogar Kontinente: Asien, Europa und Afrika. Die Geschichte der Sehnsucht ist etwa wieder in unserer Zeit modern geworden, und lebt etwa beim Thema Pilgerschaft, da stehen die Magier wieder als solche die sich auf den Weg machen, denen ein Licht aufleuchtet, aufscheint und die ihrer Sehnsucht trauen und Gott finden wollen. Auch die Pilgerschaft, wenn sie ernsthaft betrieben wird, ist eine Auseinandersetzung auch mit sich selbst.
Zuletzt möchte ich noch ein Wort zum Datum schreiben. Das älteste Weihnachtsdatum ist der 9. Januar. Da wurden im alten Ägypten die Gewässer gesegnet, vor allem der Nil, weil er das Land fruchtbar macht. Das Christentum hat dies auf die Taufe bezogen und auf das Christ werden und hat den Brauch teilweise übernommen, etwas die orthodoxe Kirche. Die Katholiken segnen in diesem Gottesdienst „nur” das Taufwasser. Bestimmte orthodoxe Kirchen feiern bis heute am 9. Januar Weihnachten. Aber durch kalenderreformen wanderte das Datum auf den 6. Januar und verschmolz als Gegenstück zu der Weihnachtsgeschichte des Lukas als Fest der Heiden mit dem Fest Epiphanie. Für die orthodoxen Christen ist der 6. Januar auch bedeutender als der 25. Dezember. Ich habe noch in meiner Liturgieausbildung gelernt, dass der Weihnachtsfestkreis wie eine Ellipse zwei Höhepunkte hat. Der 25. Dezember verdanken wir Kaiser Konstantin, weil ja niemand so recht weiß, wann genau Jesus geboren wurde. Aber wir feiern ja keinen Kindergeburtstag, sondern die Menschwerdung Gottes. Konstantin hatte dabei zunächst keine frommen Gedanken. Er dachte sich nur, ich will das Christentum nicht mehr bekämpfen und verfolgen. Ich lege am Besten drei große religiöse Feste zusammen: den persischen Mithraskult, die Perser feiern bis heute ein Fest am 21. Dezember, und das Fest der unbesiegten Sonne, dem Sol invictus, am Tag mit der längsten Nacht. Durch die Kalenderreformen rutschte der 21. Dezember bei den Christen auf den 25. Dezember.
Weihrauch wurde zuerst von den Christen verpönt, weil ja damit sich auch die römischen Kaiser als Götter verehren ließen. Aber als die Kaiser christlich wurden hat es dieser Wohlgeruch wieder in die Kirchen geschafft, ausgedehnter in der Orthodoxie, weil dort ja das oströmische Reich bis ins 15. Jahrhundert hinein bestand mit römischem Kaiser. In der katholischen Kirche wird Weihrauch nur an den besonderen Festen verwendet, und will die Verehrung Gottes mit allen Sinnen andeuten und aber auch, dass wir, -so auch der Gedanke in der Orthodoxie-, teilhaben an der Königswürde Christi, dass wir alle Königskinder sind. Deshalb werden in den Gottesdiensten nicht nur die Christussymbole „inzensiert”: Altar, Gaben von Brot und Wein, Osterkerze sondern auch die Kleriker und das ganze Volk der anwesenden Gemeinde.
Quelle: Katholische Kirchengemeinde Backnang | Pfarrer Wolfgang Beck
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