„Backena, Backena hano“
Viel Narrenvolk beim närrischen Wochenmarkt in der Innenstadt
In Köln schallt es „Kölle alaaf“. In Mainz hört man „Helau“. Doch in Backnang heißt es „Backena, Backena hano“. Dieser Faschingsruf ist nicht ganz so historisch wie jene in den Karnevalshochburgen am Rhein. Aber er ist das Markenzeichen des Backnanger Karnevals-Clubs. Genauer gesagt der Ruf für die hohe Obrigkeit in der Faschingshierarchie. Denn die Handwerker und die Musiker haben ihre eigenen Faschingsrufe. Die derben Burschen, die beim närrischen Wochenmarkt über den Platz vor Rathaus hüpften, erschrecken nicht wie anderswo die Menschen, denn ihre Holzmasken lachen immer fröhlich. Die rausgestreckte Zunge wird noch einmal in Ruf verdeutlicht, der mit einem deftigen „Bäh“ endet.
Diese „Backemer Träppler Buaba“, deren Aussehen und Ausstattung von den Backnanger Gerbern inspiriert ist, ziehen im wörtlichen Sinn viel vom Leder. Die Lohkäs-Trampler, deren Name an die Gerbertradition und die zu Lohkäs’ getrocknete Rinde erinnert, ist die Musikgruppe des BKC, und diese lustige Truppe möchte mit einem dreifachen „Lohkäs – Trampler“ geehrt werden. Das haben sie beim närrischen Wochenmarkt gestern vor dem Rathaus auch sofort eingefordert. Lohkästramplerposaunist und Bandleader Jürgen Häußermann erinnerte den Redner Detlev Reichert schnell daran, dass bei jeder Erwähnung der Lohkästrampler ein entsprechender Ruf notwendig ist.
Für den BKC begrüßte Detlev Reichert und danke den Gruppen für ihre Auftritte. Reichert machte klar, dass nun in Backnang bis zum Aschermittwoch die Narren das Sagen haben. BKZ-Präsidiumsmitglieder und Narrenvolk stimmten denn lautstark in den Backnanger Faschingsruf ein. Gnädig erlaubte es Reichert dann dem Stadtoberhaupt ein paar Worte zu sprechen. Oberbürgermeister Maximilian Friedrich, passend mit Karnevalskappe behütet, reimte munter vor sich hin und erntete viele Lacher, als er über den amerikanischen Präsidenten Trump lästerte und allerhand Unbilden auf die Schippe nahm.
Dann waren die Lohkäs-Trampler nicht mehr zu bremsen und sorgte für Musik. Die rote Garde initiierte dazu eine Polonaise und bezog viele Kinder mit ein. Die Träppler Buaba machten ihre Späße. Im Anschluss zogen die Gruppen durch die Innenstadt. Auch einige Marktfrauen hatten sich passend zum närrischen Wochenmarkt kostümiert. Und viele Kinder waren in Verkleidungen zu sehen.
Am Samstagmorgen hatte der BKC schon die erste Prunksitzung hinter sich und noch ein großes Faschingsprogramm vor sich: die Prunksitzung am Samstagabend, den Seniorenfasching am Sonntagnachmittag und den Kinderfasching am Montagnachmittag.
Redaktion backnang.online | Klaus J. Loderer