Genüsse in der kalten Jahreszeit
Vor 150 Jahren in Backnang – Teil 12
Schnäpse wie Kirschengeist, Zwetschgenbranntwein, Trester- und Fruchtbranntwein bot Küfer Carl Fischer an. Bei Küfer Ferdinand Nestle gab es Zwetschgenbranntwein für 1 Mark pro Liter, Tresterbranntwein für 70 Pfennige pro Liter und Fruchtbranntwein für 52 Pfennige pro Liter. Mit Frucht ist übrigens nicht Obst sondern Getreide gemeint. Küfer Abele bot Mostessig an.
G. W. Nestle bewarb seine Wirtschaft zur unteren Au wie folgt: „Ich bringe hiermit mein Geschäft in empfehlende Erinnerung und bemerke namentlich, daß mein kleineres Neben-Lokal an Sonn- und Feiertagen stets geheizt ist. Dasselbe steht auch an Wochentagen den verehr. Gesellschaften gernstens zu Verfügung.“
Im November 1875 übergab Fr. Vischer das Gasthaus zum grünen Baum an Fr. Pfleiderer. Vischer bedankte sich: „Für das mir bisher geschenkte Vertrauen dankend, bitte ich, solches auch auf meinen Nachfolger gefälligst übertragen zu wollen.“ Pfleiderer warb für den 21. November 1875: „Auf Obiges mich beziehend, beehre ich mich anzuzeigen, daß ich heute Sonntag meine Wirthschaft mit ausgezeichnetem Wein und Bier und guten Speisen eröffnen werde und bitte um geneigten Zuspruch.“
Ab Samstag, den 15. Januar 1876 hatte Metzger H. Schweinle „ausgezeichnetes Bier“ im Ausschank. J. Daut bot sogar „ausgezeichnetes Doppelbier aus dem Faß“ an. Am Samstagabend und am Sonntag gab es bei der Witwe des Karl Roos „Metzelsupp nebst gutem Doppelbier“. Sie bot manchmal auch „gutes kräftiges Oberdischinger Winterbier“ an.
Ein ganz neues Lokal war damals die „Restauration zum deutschen Kaiser“. Diese wurde am 25. Juli 1875 eröffnet und zog am 18. November 1877 in die Stuttgarter Straße.
Redaktion backnang.online Klaus J. Loderer