Fastenzeit im Christentum
Aschermittwoch bis Karsamstag
Im Alten Testament bzw. im Judentum gehören Fasten, Beten und Almosen geben als Trias dazu, um vor Gott Buße zu tun. Auch Jesus stellt diese Praxis nicht in frage, sagt aber, dass es nicht um ein äußeres Geschehen geht, dass es um ein inneres und verborgenes Tun vor Gott geht, er kritisiert jede Art von Zur Schau stellen.. Mohammad übernimmt die Trias für den Islam.
Die Propheten während des babylonischen Exils fordern vor allem ein soziales Handeln: Fasten, wie Gott es lebt, ist den Armen zu helfen, Fesseln zu lösen und Gnade den Mitmenschen zu schenken, statt vermeintliche Gerechtigkeit einzufordern. Auch dem stimmt Jesus zu, wenn er etwa den Sabbat bricht zugunsten einer Hilfe.
Bei uns Christen ist es ein freiwilliges und individuelles Tun. Der eine verzichtet auf starken Handykonsum, der andere auf Alkohol oder auf fortwährendes Radiohören.
Man kann sich vornehmen jeden Tag eine Viertelstunde ins Schweigen zu gehen, vor Gott, vor dem Leben. Man kann sich auch vornehmen, Gott machen zu lassen, das heißt, nicht das Leben so oder so zu wollen. Sich Gott zu überlassen, auch sein Wollen, das wiederum kommt der Mystik sehr nahe, die übrigens in allen großen Religionen da ist. Im Sufismus des Islam und bei den Derwischen, bei der Zähmung des Stiers im Buddhismus, in der Kabbala, im Judentum oder auch bei Johannes vom Kreuz, oder in der Ikone der Leiter in der Orthodoxie oder auch reformatorischen Mystikern. Auch dieser Gedanke gefällt mir persönlich gut. - Man darf sich nur nicht zu viel vornehmen, sonst ist es nicht machbar und es darf kein Zwang sein, sondern muss ein froh machendes inneres Tun sein.
Quelle: Katholische Kirchengemeinde Backnang | Pfarrer Wolfgang Beck
Redaktion backnang.online