Pfarrerin Ulrike Heinrich auf dem Osterweg
Pfarrerin Ulrike Heinrich auf dem Osterweg | © BJ. Lattner

Von der Kirche bis zum Osterbrunnen

Pfarrerin Ulrike Heinrich geht den Steinbacher Osterweg

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche“ lässt Johann Wolfgang von Goethe seinen Faust beim Osterspaziergang sagen. Das passt in diesem Jahr nach den kühlen und tristen Tagen auch zum sonnigen Karfreitag. Die evangelische Pfarrerin Ulrike Heinrich lud zu einem Spaziergang auf dem Steinbacher Osterweg ein. Sie kann dazu fast fünfzig Menschen begrüßen. Darunter sind auch viele Kinder. Denn unterwegs kann man Ostereier zählen.

Der Osterwegs ist gerade überhaupt eine Attraktion im Backnanger Stadteil Steinbach. So kann man am Karfreitag entlang des Weges viele Familien sehen, die sich die Stationen anschauen. An den Stationen sind erläuternde Schilder angebracht, falls jemand nicht so ganz bibelfest ist. Den Steinbacher Osterweg gibt es seit 2021. Die vierzehn Stationen erzählen die Ostergeschichte vom Einzug Jesu in Jerusalem am Palmsonntag bis zum Osterbunnen als Quelle des Lebens. Damit ist dieser Osterweg, der auf eine Initiative der evangelischen Kirchengemeinde Sachsenweiler-Steinbach zurückgeht und von dieser und dem evangelischen Kindergarten in Steinbach gestaltet wurde, weiter gefasst als die katholischen Kalvarienberge oder Kreuzwege, bei denen die üblicherweise ebenfalls vierzehn Stationen von der Verurteilung Jesu bis zur Grablegung reichen.

Osterbrunnen in Steinbach – Stadion 14
Osterbrunnen in Steinbach – Stadion 14 | BJ. Lattner

 

Der Steinbacher Osterweg beginnt an der evangelischen Kirche. Mit Zweigen geschmückte Stöcke deuten den Einzug Christi am Palmsonntag in Jerusalem ein. Pfarrerin Heinrich erläutert bei der Führung die Bedeutung der Palmzweige und warum Christi auf einem Esel ritt. Sogar ein Ortsschild gibt es. Im hinteren Gartenteil liegen Kleidungsstücke auf dem Gras. „Auch das hat eine symbolische Bedeutung. Die Menschen legten Teile ihrer Kleidung auf den Boden als Ehrbezeugung für Jesus,“ erklärt die Pfarrerin. Die auf dem Boden liegenden Kleidungsstücke bilden eine Runde. Am Ende kommt man am unter einem Strauch weidenden hölzernen Esel vorbei.

Es geht den Hang hinunter zu einer Wiese am Schulweg. Dort stehen einige Figuren. Pfarrerin Heinrich berichtet, wie die Jünger versuchten, Mütter mit Kinder von Christus fernzuhalten und dieser sie aber zu sich einlud. Entsprechend steht hier Christus inmitten einiger Kinder. Natürlich ziehen die benachbart grasenden Alpakas die Aufmerksam auf sich. Weiter geht es zur Episode „Christus im Tempel“. Ein umgestürzter Tisch und in der Wiese verstreute Dinge illustrieren, wie Christus die Händler aus dem Tempel vertrieb. Bei vielen Stationen deuten symbolische Elemente die Geschichte an.

Der insgesamt dreieinhalb Kilometer lange Osterweg verlässt nun den Ort, führt zuerst ein Stück an der Straße nach Oberbrüden entlang und biegt dann nach rechts ab. An dieser Stelle ist das letzte Abendmahl thematisiert. Es beginnt eine große Runde über den Höhenweg mit der Nacht im Garten Gethsemane. Dort ist auch die Kreuzigungsszene. Den Ort erreicht der Osterweg am südlichen Ende. Er führt zuerst an der Katzenklinge außen herum. Dann geht es hinab in den alten Ort. Die vorletzte Station ist an der Bachstraße und symbolisiert die Tür zum Leben. Den Abschluss bildet der prachtvoll geschmückte Osterbrunnen am Lindenplatz. Auch das ist ein Symbol für das Leben.

Ein Faltblatt mit einem Plan liegt im Eingangsbereich der evangelischen Kirche in Steinbach aus.

Redaktion backnang.online | Klaus J. Loderer

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