1997 Stadtquartier Biegel | Im Biegel
1997 Stadtquartier Biegel | Im Biegel | © BJ. Lattner

Architektur in Backnang

1990er-Jahre in Backnang

In den 1990er-Jahren kehrten die Flachdächer zurück. Eine kleinteilige Gliederung gab Architekt Hans Peter Kammerer dem 1992 eröffneten Kindergarten Walksteige. In der Regel wurden die Kubaturen größer. Mit dem Hotel am Südtor erhielt Backnang einen neuen südlichen Stadteingang (1993, Architekten Sibylle und Tilman Nussbaum, Backnang).

1992 Städtische Kindertageseinrichtung Ilse | Akazienweg
1992 Städtische Kindertageseinrichtung Ilse | Akazienweg | © BJ. Lattner


Für den Neubau der Volksbank wurden die zwei Sieger-Architekten des Wettbewerbs 1989 aufgefordert, die entworfenen Flachdachbauten durch Satteldächer an die Altstadt anzupassen. Beim bis 1995 verwirklichten Entwurf von Rudolf Schwarz fassen zwei Flügel mit Satteldächern die hohe, sich mit einer Glasfront zur Schillerstraße öffnenden Kassenhalle ein. 

Auch das 1991 fertiggestellte Wohn- und Geschäftshaus Windmüller am Beginn der Gerberstraße passte sich mit seinen Satteldächern an die historische Umgebung an und übernahm in freier Form die Dachform des längst verschwundenen Gasthofs Stern. Das 1991 fertiggestellte Verwaltungsgebäude der Stadtwerke dominieren hohe Satteldächer (Architekten Günther Blank und Gunther Bückle). Bei der neuen Schickhardt-Realschule passte das von Martin Crämer geleitete Hochbauamt seinen Entwurf in gewisser Weise an die Dachformen des ehemaligen Lehrerseminars an. So entstand ein Neubau unter einem langgestreckten Mansarddach, das allerdings dem historischen Dach der direkt benachbarten ehemaligen Turnhalle die Wirkung nahm (1990 – 1992).

Mit dem kompletten Abbruch der Lederfabrik Carl Kaess entstand im Biegel ein neues Stadtviertel. Beim Wettbewerb erhielt der Architekt Anton Ummenhofer den ersten Preis. Sein Entwurf nahm zumindest in Teilbereichen die Satteldächer der alten Gebäude auf. Die Struktur wurde bewusst kleinteilig gehalten. Direkt an der Murr ließ die Stadt ein 1998 fertig gestelltes Gebäude für Stadtbücherei und Bürger amt errichten. Bei diesem schließt sich ein flacher, gerundeter Bau an das langgestreckte Hauptgebäude an. Die Stadtbücherei ist durch die großen Glasfronten von außen wahrnehmbar. An der Grabenstraße entstanden Räumlichkeiten für den Einzelhandel, während die oberen Etagen im Viertel innerstädtisches Wohnen bieten.

Auch das 1991 fertiggestellte Wohn- und Geschäftshaus Windmüller am Beginn der Gerberstraße passte sich mit seinen Satteldächern an die historische Umgebung an und übernahm in freier Form die Dachform des längst verschwundenen Gasthofs Stern. Das 1991 fertiggestellte Verwaltungsgebäude der Stadtwerke dominieren hohe Satteldächer (Architekten Günther Blank und Gunther Bückle). Bei der neuen Schickhardt-Realschule passte das von Martin Crämer geleitete Hochbauamt seinen Entwurf in gewisser Weise an die Dachformen des ehemaligen Lehrerseminars an. So entstand ein Neubau unter einem langgestreckten Mansarddach, das allerdings dem historischen Dach der direkt benachbarten ehemaligen Turnhalle die Wirkung nahm (1990 – 1992).

Mit dem kompletten Abbruch der Lederfabrik Carl Kaess entstand im Biegel ein neues Stadtviertel. Beim Wettbewerb erhielt der Architekt Anton Ummenhofer den ersten Preis. Sein Entwurf nahm zumindest in Teilbereichen die Satteldächer der alten Gebäude auf. Die Struktur wurde bewusst kleinteilig gehalten. Direkt an der Murr ließ die Stadt ein 1998 fertig gestelltes Gebäude für Stadtbücherei und Bürger amt errichten. Bei diesem schließt sich ein flacher, gerundeter Bau an das langgestreckte Hauptgebäude an. Die Stadtbücherei ist durch die großen Glasfronten von außen wahrnehmbar. An der Grabenstraße entstanden Räumlichkeiten für den Einzelhandel, während die oberen Etagen im Viertel innerstädtisches Wohnen bieten.

1995 Volksbank Backnang eG
1995 Volksbank Backnang eG | Schillerstraße | © BJ. Lattner

 

Einflüsse des international Ende der 1980er-Jahre aufkommenden architektonischen Dekonstruktivismus lassen sich in Backnang in den 1990er-Jahren in eher gemäßigter Weise feststellen. Dazu gehört etwa der 1992 – 1996 erfolgte Umbau der Kreissparkasse durch den Architekten Claus Stammler, bei dem die Kassenhalle und das Gebäude mit unregelmäßig schräg gestellten Glasfronten erweitert wurde. Auch das an einem Pylon aufgehängte geschwungene Vordach der Markuskirche kann man zu dieser Stilrichtung rechnen. Diese evangelische Gemeinde erhielt nach Jahrzehnten in einem Provisorium 1993 ein Kirchengebäude in der Nansenstraße (Architekturbüro G. Blank, G. Bückle und J. Wolf, Backnang). Beim Gebäude von Ade Raum und Design im Kusterfeld spielte Architekt Wolf im nun eigenen Architekturbüro mit dekonstruktivistischen Motiven, etwa den unregelmäßigen Baukörpern, den verschiedenen Materialien und dem fast schwebend wirkenden Dach und den herausragenden Stahlträgern (1998 – 1999). An der 1999 eröffneten Grundschule in Maubach kontrastierte Architekt Klaus Weller verschiedene Materialien wie Holz mit Metall und Glas.

Überhaupt wurden in den 1990er-Jahren die Grundrisse freier. Schräg aufeinandertreffende und nicht mehr unbedingt rechtwinklige Baukörper tauchen verstärkt auf. Auch die Erweiterung des Bürgerheims (1996) gehört dazu.

Redaktion backnang.online

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