Blutkrebs
Stammzellspende oft einzige Chance
Am 28. Mai ist Weltblutkrebstag. Dieser rückt die bösartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems in den Fokus und ruft zur Registrierung für eine Stammzellspende auf.
Aus diesem Anlass hat die AOK Ludwigsburg-Rems-Murr regionale Daten ausgewertet: Demnach befanden sich 2024 im Rems-Murr-Kreis 108 ihrer Versicherten (72 Männer und 36 Frauen) aufgrund einer Blutkrebsdiagnose in ärztlicher Behandlung. Dies entspricht einem prozentualen Anteil von 0,08 Prozent. Zum Vergleich: In ganz Baden-Württemberg waren 3.494 Versicherte der Gesundheitskasse bzw. ebenfalls 0,08 Prozent betroffen. Im Rems-Murr-Kreis sind die Erkrankungszahlen seit 2020 pro Jahr um durchschnittlich 0,65 Prozent zurückgegangen.
Der Begriff „Blutkrebs“ steht für eine Reihe verschiedener Krebserkrankungen, die aus den Zellen des sogenannten blutbildenden Systems hervorgehen. Je nachdem, welche Zellen sich wo im Körper unkontrolliert vermehren, unterscheidet man in der Medizin insbesondere Leukämien und Lymphome (Lymphdrüsenkrebs). Leukämien entstehen aus den Vorläufern der Blutzellen im blutbildenden Knochenmark, Lymphome aus Blutzellen in den Lymphknoten.
Laut Robert Koch-Institut machen Leukämien knapp 30 Prozent aller Krebserkrankungen bei unter 18-Jährigen aus. Besonders tückisch ist, dass chronische Leukämien häufig lange Zeit keine oder kaum Beschwerden verursachen. Darum werden sie oft zufällig oder erst relativ spät entdeckt.
„Die Symptome einer Leukämie treten unter anderem deshalb auf, weil gesunde Blutzellen durch unreife Krebszellen verdrängt werden. Zu wenige rote Blutkörperchen als Folge können zum Beispiel zu Blässe und Schwäche, zu wenige gesunde weiße Blutkörperchen zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen, während ein Mangel an Blutplättchen eine verstärkte Blutungsneigung verursachen kann“, sagt Dr. Matthias Osswald, Arzt bei der AOK Baden-Württemberg.
In den vergangenen Jahren hat sich die Behandlung von Blutkrebserkrankungen durch neue zielgerichtete Ansätze und Immuntherapien deutlich verbessert. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Stammzelltransplantation: „Zunächst werden hier durch eine hoch dosierte Chemotherapie, gegebenenfalls in Kombination mit einer Strahlentherapie, möglichst alle Krebszellen im Körper zerstört, bevor neue zuvor isolierte Stammzellen transplantiert werden und die alten Stammzellen ersetzen“, erläutert Dr. Osswald.
Oftmals ist eine Stammzellspende die einzige Chance auf Heilung. Lediglich bei rund 30 Prozent der Patientinnen und Patienten befindet sich eine geeignete Spenderin oder ein geeigneter Spender innerhalb der Familie. Die meisten Betroffenen sind daher auf eine Fremdspende angewiesen.
„Für eine lebensrettende Spende ist es entscheidend, dass sich möglichst viele gesunde Menschen im Alter von 17 bis 55 Jahren bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren. Dies erfolgt unkompliziert und schmerzfrei: Ein einfacher Abstrich der Wangenschleimhaut mit einem Wattestäbchen genügt“, so der Appell zum Weltblutkrebstag von Alexander Schmid, Geschäftsführer der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr.
Quelle: AOK – Die Gesundheitskasse Ludwigsburg-Rems-Murr
Redaktion backnang.online