Fronleichnams-Gottesdienst auf dem Stiftshof, Backnang | © BJ. Lattner
Fronleichnams-Gottesdienst auf dem Stiftshof, Backnang | © BJ. Lattner

Katholiken feiern Fronleichnam

Zehn Tage nach Pfingsten, am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag

Zehn Tage nach Pfingsten, am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag feiert die katholische Kirche das Fronleichnamsfest. Wörtlich wiedergegeben heißt dies das Fest den Herrenleibs, bzw des Leibs des Herrn. Es ist ein Fest, das seine Wurzeln im ausgehenden Mittelalter hat, in der Zeit als man betrachtet und nachgedacht hat, eine Zeit in der auch die Universitäten entstanden sind. 

Fronleichnams-Gottesdienst auf dem Stiftshof, Backnang | © BJ. Lattner
Fronleichnams-Gottesdienst auf dem Stiftshof, Backnang | © BJ. Lattner

 

Juliana von Lüttich betrachtete das eucharistische Brot und lud damit zur Andacht ein. In der beginnenden Barockzeit kam das Wallfahrtswesen dazu. In der Zeit nach der Reformation wurde dieses Fest immer mehr auch zum bewusst offenen Zeigen aller Reichtümer der Kirche. 

Fronleichnams-Gottesdienst auf dem Adenauer-Platz, Backnang | © BJ. Lattner
Fronleichnams-Gottesdienst auf dem Adenauer-Platz, Backnang | © BJ. Lattner

 

So wurden auf Fahnen etwa die Heiligen mitgeführt oder auch Gegenbilder geduldet, wie etwa in Überlingen, das Hänsele, einer Fastnachtsfigur, die zurückgeht auf einen Mann der vom Dreißigjährigen Krieg nicht zurückgekehrt ist und als der „Tote” in der Figur mitgehen durfte. Mitte des 20. Jahrhunderts kam das Fest zunehmend in eine Krise, weil es nicht mehr dem Geist der Zeit und dem Denken entsprach, seinen Glauben nach außen zu tragen. Das Fest mit Gottesdienst wurde, – oft im Freien inmitten der Stadt, die Prozession mit vier Altären, die an die vier Evangelisten erinnernd, – reduziert auf weniger Altäre, mit Gebet um eine gute Ernte, um den Segen für die Stadt, um Frieden und Wohlergehen für alle Menschen und für die Christenheit und Kirche.

In Backnang und auch andernorts wird im Anschluss ein kleines Gemeindefest mit Mittagessen angeboten. Da hier auch drei muttersprachliche Gemeinden verortet sind und jeden Sonntag Gottesdienst feiern, wird in Backnang ein Altar von der deutschen , portugiesischen, der kroatischen und der polnischen Gemeinde gestaltet.

Dieses Jahr war Pater Bernardo und Pater Filip auch mit dabei. Seit drei bis vier Jahren wird der Gottesdienst und die Prozession vom Posaunenchor der evangelisch-methodistischen Gemeinde mitgestaltet. Es waren zwischen 120 bis 150 Personen , trotz Urlaubszeit da.

Fronleichnams-Umzug vor der St. Johanneskirche, Backnang | © BJ. Lattner
Fronleichnams-Umzug vor der St. Johanneskirche, Backnang | © BJ. Lattner

 

Teilhaben am Leib Christi hieß hier dieses Jahr das Thema. Damit ist ein Zweifaches gemeint: der Leib Christi als Kirche, Christenheit, auch als Bevölkerung und Kreatur der Erde und Teilhaben an der Person Jesu, – das hebräische Wort Basar, das mit Leib wiedergegeben wird, meint eigentlich die Mitte einer Person, da wo das Herz schlägt. Pfarrer Beck erläuterte, dass es weniger auf die Betrachtung der Hostie ankomme, etwa, was ist da passiert?, – als vielmehr darauf zu schauen: was passiert mit uns? 
Die Begegnung mit Christus ist das Entscheidende.

 

Pater Filip von der kroatischen Gemeinde gibt den Segen auf dem Pfarrhof von St.Johannes. | © BJ. Lattner
Pater Filip von der kroatischen Gemeinde gibt den Segen auf dem Pfarrhof von St.Johannes. | © BJ. Lattner

 

In seiner Predigt über das Johannesevangelium legte er dar, dass im Text zwei Worte für „Essen” stehen: essen und zu sich nehmen. Letzteres verweist auf eine Gemeinschaft die zusammengehört, so auch beim Wort zu Maria und dem Jünger am Kreuz. Er zeigte auf, dass „Ewiges Leben” vielleicht besser mit „unendlichem Leben” wiedergegeben wird, weil ja das jetzige von Gott wertgeschätzt, ja notwendig ist, – dafür steht auch das Wort „Fleisch”. Unsere brüchige und irdische Existenz ist notwendig. Gott will uns nicht von oben herab leiten, sondern in inniger „mystischer Gemeinschaft” mit uns leben. Unser ist, ihn zu sich zu nehmen. 

Quelle: Katholische Kirchengemeinde Backnang | Pfarrer Wolfgang Beck

 

Redaktion backnang.online

ZurĂĽck zur Ăśbersicht

 

Â