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Besuchergruppe bei Stadtrundgang mit Kurt-Christian Ehinger | © BJ. Lattner

Vom Backnanger Fachwerk

Stadtrundgang mit Kurt-Christian Ehinger durch die Backnanger Altstadt am 15. Juni 2026

Ein Holznagel aus dem 14. Jahrhundert beeindruckte die Teilnehmer einer Fachwerkführung durch die Backnanger Altstadt ebenso wie ein dreieckiges Aussteigungsholz, das ursprünglich am Kopf einer sogenannten Mannfigur an einem Fachwerkhaus angebracht war. Kurt-Christian Ehinger, früher Stadtbaudirektor in Waiblingen, hatte diese Objekte aus seinem privaten Fundus mitgebracht, um seiner Erläuterungen anschaulicher zu machen.

Kurt-Christian Ehinger mit Exponat | © BJ. Lattner
Kurt-Christian Ehinger mit Exponat | © BJ. Lattner

 

Normalerweise findet der Altstadtstammtisch des Heimat- und Kunstvereins im Museum Helferhaus statt. Als Kurt-Christian Ehinger dort vor einiger Zeit über Fachwerk referierte, kam die Idee auf, er könnte doch auch einmal Fachwerkbauten in Backnang vorstellen. Da bot es sich an, diese Veranstaltung vor den Objekten zu machen. Den 256. Altstadtstammtisch organisierte Horst Schildknecht nun als Stadtrundgang. Um den Rahmen nicht zu sprengen, musste die Anzahl der Teilnehmer beschränkt werden. Das Interesse war so groß, dass der Fachwerkspaziergang am 8. Juni 2026 schnell ausgebucht war. Auch der zweite Termin am 15. Juni 2026 konnte leicht gefüllt werden.

Musste die Gruppe am Anfang der ersten Führung wegen des Regens noch einen Unterstand suchen, fand die zweite Führung an einem schönen Abend statt. Einige Fachwerkfronten wurden von der abendlichen Sonne bestrahlt. Wieder begann Ehinger in der Schillerstraße, um den Unterschied zwischen Fachwerkkonstruktionen aus Gotik, Renaissance und Barock zu erläutern. Von einem gotischen Fachwerk stammt der schon erwähnte Holznagel, mit dem einmal ein angeblattetes Fachwerk zusammengehalten wurde. Ehinger machte schnell klar, dass er ein gotisches Fachwerk in Backnang nicht zeigen könne. Deshalb hatte er entsprechendes Bildmaterial mitgebracht.

Durch den Stadtbrand im Zuge des französischen Überfalls 1693 bildet Backnang ein Ensemble barocker Fachwerkhäuser. Die Konstruktionen und Schmuckformen dieser Häuser hob Ehinger in seinen Erläuterungen besonders hervor. Schon nach wenigen Jahrzehnen sei es allerdings mit den dekorierten Fachwerkkonstruktionen vorbei gewesen: „Dem württembergischen Herzog brannten nacheinander die Städte ab.“ Die Reaktion darauf sei die Vorschrift gewesen, dass die Häuser aus Brandschutzgründen nun verputzt werden mussten.

Den Weg durch die Innenstadt wählte Ehinger so, dass er an möglichst vielen interessanten Fachwerkhäusern vorbeikam. „Trotz der vielen Hausabbrüche ist der Begriff Altstadt in Backnang gerechtfertigt,“ bemerkte er kritisch.

Redaktion backnang.online | Klaus J. Loderer

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