Hitze | © AOK
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Hitze

Mit jedem Grad mehr steigt das  Gesundheitsrisiko

Wenn sich das Thermometer immer weiter der 40-Grad-Marke nähert, freuen sich viele Menschen über bestes Freibadwetter. Für andere bedeutet die hochsommerliche Hitze eine ernste gesundheitliche Gefahr.

Laut AOK Ludwigsburg-Rems-Murr befanden sich im Rems-Murr-Kreis 2023 173 ihrer Versicherten wegen gesundheitlichen Schäden durch Hitze und Sonnenlicht offiziell in ärztlicher Behandlung. 2024 waren es 122 Versicherte.

Oft unterschätzt wird in diesem Zusammenhang die Zahl der Todesfälle: Eine aktuelle Analyse des Robert Koch-Instituts (RKI) im Auftrag des Umweltbundesamtes ergab, dass im Sommer 2023 schätzungsweise 3.100 und im Sommer 2024 rund 2.800 Menschen in Deutschland an hitzebedingten Ursachen starben. Damit gehört die Bundesrepublik, gemessen an absoluten Zahlen, zu den am stärksten betroffenen Ländern in Europa.

Besonders gefährlich ist es, wenn es wie aktuell der Fall über mehrere Tage hinweg sehr heiß bleibt. Während einer solchen Hitzewelle steigt das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, um 11,7 Prozent. Dr. Ralph Bier, Arzt bei der AOK Baden-Württemberg erklärt: „Jeder Anstieg der Umgebungstemperatur um 1° C geht mit einer signifikanten Zunahme der kardiovaskulären Sterblichkeit um 2,1 Prozent einher.“ Dies sei das Ergebnis einer wissenschaftlichen Auswertung von 266 Studien.

Ein erhöhtes Risiko besteht aber nicht nur bei einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Bei psychisch erkrankten Menschen steigt die Suizidgefahr. „Wissenschaftliche Schätzungen zeigen, dass eine Erhöhung der monatlichen Durchschnittstemperatur um 1° C mit einer Zunahme der Suizidrate um bis zu einem Prozentpunkt einhergeht. Aggression, Depressionen und Angststörungen nehmen laut Forschungen der Medizinischen Universität Wien bei anhaltenden Temperaturen über 30° C ebenfalls zu“, führt Dr. Bier aus.

Ein weitere weniger bekannte Gefahr: Temperaturen von 30° C erhöhen das Risiko einer Frühgeburt um 20 Prozent, Temperaturen über 35° C sogar um bis zu 45 Prozent. „Hält die Hitze über mehr als zwei Tage ohne nächtliche Abkühlung an, steigt die Rate vorzeitiger Wehen besonders deutlich. Prognosen der Forschenden des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zufolge könnte bis 2033 in Deutschland rund jede sechste Geburt klimabedingt eine Frühgeburt sein“, betont der AOK-Arzt.

Hitze beeinträchtigt darüber hinaus die Medikamentensicherheit. Viele Arzneimittel verändern bei Hitze ihre Wirkung. Wichtig sei daher, die Dosierung von Medikamenten – unter anderem von Blutdrucksenkern sowie Psychopharmaka und Neuroleptika – ärztlich überprüfen zu lassen.

Und sogar gesunde Menschen sind unter Umständen gefährdet. Dr. Bier warnt: „Flüssigkeitsverlust durch starkes Schwitzen kann auch bei ansonsten gesunden Personen zu bleibenden Nierenschäden führen. In schweren Fällen drohen ein akutes Nierenversagen und ein nicht umkehrbarer Verlust der Nierenfunktion.“

Weitere Informationen und Tipps zum Hitzeschutz gibt´s jederzeit online auf aok.de

Quelle: AOK – Die Gesundheitskasse Ludwigsburg-Rems-Murr Pressestelle

Redaktion backnang.online

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