54. Straßenfest bei hochsommerlichen Temperaturen
Nachklang
Wenn der Böller vom Stadtturm knallt, ist Backnanger Straßenfest angesagt – so war es auch am 26. Juni. Der Fassanstich am Freitagabend eröffnet traditionell das mehrtägige Fest. Maximilian Friedrich meisterte diese Aufgabe eines Backnanger Oberbürgermeisters mit Routine. Die Turmbläser spielten eine Fanfare. Zwei Vereine hatten ihren besonderen Auftritt bei der Eröffnung aus Anlass besonderer Jubiläen: der Gesangsverein Harmonie Waldrems-Heiningen besteht seit 125 Jahren und die Schwimmabteilung der TSG Backnang 1846 ist hundert Jahre alt.
Es folgten eher ruhige Tage, da die Stadtverwaltung das Programm auf den Bühnen der Innenstadt wegen der Hitze tagsüber abgesagt hatte, aber unruhige Nächte.
Der Bürgermeister der französischen Partnerstadt Annonay, Simon Plenet, hatte den Gästen des Straßenfests eine große Herausforderung gestellt. Im Rahmen einer „Stadtwette“ sollten auf dem Marktplatz am Samstagabend dreihundert Menschen in den Farben der französischen Trikolore zusammenkommen und die Marseillaise singen. Das überforderte Backnang tatsächlich. Gerade einmal die Hälfte wurde gezählt. Oberbürgermeister Maximilian Friedrich erstellte deshalb am Montagmittag am Stand „Les Gourmandises d’Ardèche“ Crêpes.
Auch am Abschlussabend spielte der Stadtturm eine Rolle. Von dort erschallte das Trompetensolo zum „großen Zapfenstreich, gespielt vom Städtischen Blasorchester Backnang.
Drei Jubiläen
Treffen der Partnerstädte beim 54. Backnanger Straßenfest
Zu einem Straßenfest gehört es in Backnang auch immer dazu, dass Vertreter aus den Partnerstädten nach Backnang kommen. Auch zum 54. Backnanger Straßenfest kamen Delegationen aus Annonay und Bácsalmás. Oberbürgermeister Maximilian Friedrich begrüßte diese schon bei der Eröffnung am 26. Juni.
Ein eigener Empfang im Backnanger Bürgerhaus würdigte die Gäste aus den Partnerstädten und die Partnerschaftsvereine besonders. Oberbürgermeister Maximilian Friedrich berichtete dort von den beiden Jubiläen, die in diesem Jahr in zwei Partnerstädten zu feiern gewesen seien. Im März wurde in Chelmsford an die seit 35 Jahren bestehende Partnerschaft erinnert. Im Mai wurde in Annonay das Bestehen der Städtepartnerschaft seit 60 Jahren gefeiert. Friedrich hob hervor: „Wir sind unseren Partnerstädten sehr dankbar für ihre Herzlichkeit, Großzügigkeit und Gastfreundschaft, welche beiden Reisen für unsere Delegationen zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben.“ Er vergaß nicht zu erwähnen, dass der Backnanger Stadtteil Maubach in diesem Jahr auf ein vierzigjähriges Bestehen seiner Partnerschaft mit Vernosc zurückblicken kann.
Julie Faucheux überbrachte als Gemeinderätin die Grüße von Simon Plenet, dem Bürgermeister der französischen Partnerstadt Annonay. Zur Delegation gehörten noch Stéphane Brunet, Philippe Grange und Pierre Vergne. Faucheux erinnerte an das Jubiläum 60 Jahre Städtepartnerschaft, das vor wenigen Wochen gefeiert worden sei: „Dieses Jubiläum war reich an Emotionen, Begegnungen, Besichtigungen und Erinnerungen, und wir konnten uns gemeinsam auf Französisch, Deutsch und Englisch austauschen.“ Sie betonte das starke Band zwischen Backnang und Annonay: Seit sechs Jahren haben Familien, Kultur- und Sportvereine sowie religiöse Gruppen gelernt, einander kennenzulernen, zu verstehen und zu schätzen, und so echte Freundschaften, gemeinsame Projekte und vor allem ein echtes Vertrauen zwischen unseren beiden Städten zu entwickeln.“
Balázs Németh vertrat als Bürgermeister die ungarische Partnerstadt Bácsalmás zusammen mit Notarin Ibolya Patocskai, Kindergartenerzieherin Rita Rákóczy Csincsákné und Lehrerin Hajnalka Kajtár. Neméth bedauerte, dass es in diesem Jahr nicht möglich war, einen Stand mit ungarischen Spezialitäten zu besetzen. Er berichtete, dass in diesem Jahr die Renovierung des 1997 eingeweihten Denkmals zur Erinnerung an die Vertreibung der Ungarndeutschen ansteht. Außerdem organisieren die Deutsche Selbstverwaltung und de Deutsche Verein ein deutsches Sprachlager für Jugendliche. Der Städtepartnerschaft wünschte Neméth: „Ich bin überzeugt davon, dass die Zukunft unserer Städtepartnerschaften weiterhin in den menschlichen Begegnungen, im gemeinsamen Denken und in der Einbindung der jungen Generation liegt. Es ist wichtig, all jene Werte zu bewahren, die unsere Vorgänger geschaffen haben, und diese gemeinsam an die kommenden Generationen weiterzugeben.“
Margaret Campbell verlas ein Grußwort von Bürgermeisterin Lynne Foster: „Chelmsford ist sehr stolz auf die seit Jahrzehnten bestehenden Verbindungen und damit verbundenen tiefen Freundschaften zwischen beiden Städten und ich freue mich sehr, die Unterstützung für dieses bemerkenswerte Verbindung erneut zu bekräftigen.“
Zum Rahmenprogramm für die Delegationen gehörten ein Architekturrundgang zum Tag der Architektur. Bürgermeister Stefan Setzer stellte dabei die Neubauten im Blütengarten und die Kronenhöfe vor. Die französische Delegation besuchte außerdem das Wasserwerk in Burgstetten. Die ungarische Delegation stattete dem Ungarndeutschen Heimatmuseum einen Besuch ab. In der Marktstraße hatten François Arsac und Florenc Besset wieder den Stand „Les Gourmandises d’Ardèche“ mit Spezialitäten aus der Region um Annonay.
Redaktion backnang.online | Klaus J. Loderer