Banner der Bürgerinitiativen Hörnle | © Achim Schopf
Banner der Bürgerinitiativen Hörnle | © Achim Schopf

Windräder in der Backnanger Bucht

Vernetzung der Bürgerinitiativen

Obwohl es schon Jahre zuvor einmal in der Zeitung stand, wurde vielen Bürgern erst am 14.7.2025 auf der Informationsveranstaltung der Firma Uhl Windkraft bewusst, dass im Gebiet Hörnle und Rothenbühl (grob: im Wald zwischen Hertmannsweiler und Waldrems) drei Windräder  aufgestellt werden sollen. Davor wurde das Thema still im Hintergrund behandelt. 

Die zu bauenden Windräder sind vom  neuen Typ Nordex N175. Diese sind mit 266,5 m höher als der Fernsehturm (217 m). Diese Höhe wohl ist notwendig, um den relativ schwachen Wind in der Gegend zu nutzen. Diese gigantischen Industrieanlagen stehen auch recht nahe an den Ortschaften (z. B. 800 m zum Horbachhof).

Sicher ist die Nutzung von Windkraft an sich ein sinnvoller Bestandteil des Energie-Mix. Und gewiss ist es auch notwendig, Energie an den Orten zu erzeugen, wo ein hoher Bedarf herrscht, denn durch Transporte geht unweigerlich ein Anteil der gewonnenen Energie verloren. Abgesehen davon gibt es auch zu wenig geeignete Transportwege. 

Karte Vorranggebiete | © Verband Region Stuttgart
Karte Vorranggebiete | © Verband Region Stuttgart

 

Dennoch stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, hier Natur (Wald) zu zerstören, Naturschutzbelange auszuhebeln, Landschaften zu verschandeln, Bewohner umliegender Ortschaften mit Lärm, Infraschall und Schattenwurf in ihrer Lebensqualität zu beeinträchtigen. Dass dies durchaus der Fall ist, sieht man ja an den Anlagen in Sulzbach-Laufen oder Baiereck. Dabei müssen die Anwohner dann auch noch einen Wertverlust ihrer Immobilien hinnehmen („Studien zeigen, dass in einem Abstand von einem Kilometer ein durchschnittlicher Wertverlust von etwa 7 % auftreten kann, der sich bei älteren Häusern in ländlichen Gebieten sogar auf bis zu 23 % erhöhen kann.“ (KI-Suche) ).

Alles in allem ist der Aufbau der Windkraftanlagen in Schwachwindgebieten als sehr kritisch zu betrachten und es sollte generell erstmal in Speichertechnologien und Backup-Kraftwerke, sowie in die Energie-Infrastruktur investiert werden, bevor man witterungsabhängige Technologien in großem Stile subventioniert weiter ausbaut.

20 Vorranggebiete hat der Verband Region Stuttgart im Schwäbisch - Fränkischen Wald ausgewiesen. Jedes davon liegt zum größten Teil im Wald. Das ist für viele Bürgerinnen und Bürger nicht hinnehmbar und so hat sich zu jedem Vorranggebiet in dem sich konkret ein Vorhabenträger gefunden hat, um dort Windräder errichten zu wollen, in sprichwörtlicher Windeseile eine Bürgerinitiative (BI) gegründet, um gegen diesen Waldfrevel vorzugehen.

Vertreter von 8 dieser Bürgerinitiativen bzw. Interessengemeinschaften haben sich nun am 26. Juni in Bürg getroffen um sich gegenseitig kennenzulernen, Ansprechpartner und Informationen auszutauschen, kurz: sich zu vernetzen. Insgesamt 25 Vertreter folgender Gruppierungen waren vertreten: 
Bürgerinitiative Walderhalt statt Windindustrie
Bürgerinitiativen Gegen den Windpark Zollstock-Springstein
Bürgerinitiativen Ochsenhau
Bürgerinitiativen Hörnle 
Naturerhalt Schwäbisch-Fränkischer Wald e. V.
Interessengemeinschaft Waldrems
Bürgerstimme Winnenden Schützt das Remstal e. V.

Ob eine Institution welcher Art und welchen Namens auch immer daraus hervorgeht, ist noch ungewiss. Einig ist man sich in dem Ziel, gegen die Windkraftindustrie im heimatlichen Wald vorzugehen und sich dabei gegenseitig unterzuhaken. 

Gemeinsame Aktionen, Info-Veranstaltungen und Proteste könnten in Zukunft auf der Agenda stehen. Man möchte damit eine größere Öffentlichkeit von den Nachteilen und Gefahren der Windkraft im Wald und deren vergleichsmäßig geringen Nutzen für den Klimaschutz überzeugen. Nur durch politischen Druck und letztendlich auf dem Klageweg lässt sich die Zerstörung unseres natürlichen Lebensraums noch verhindern. Weitere Treffen sind beabsichtigt.

Quelle: Achim Schopf, Backnang-Waldrems 

Redaktion backnang.online

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