Deutschland im Fadenkreuz
Das Säbelrasseln von Kanzler Merz nach den Drohnenfunden in Halle (Urheber hybrider Angriffe „werden dafür bezahlen“) wirkt naiv und hilflos. Die Urheber sind erst noch zu finden. So bleiben Vermutungen nach dem römischen Verbrechensaufklärungsprinzip „Cui bono?“ (wem zugute?). Es könnten Ukrainer gewesen sein, die Angst verbreiten: Putin wird euch angreifen, wenn ihr uns nicht mehr Waffen liefert! Oder Putins Agenten, die warnen: Wenn ihr weiter Ukrainern Waffen liefert, werden wir diese bei euch zerstören. Wie dem auch sei, Kanzler Merz bemerkt zurecht: „Deutschland ist stärker ins Fadenkreuz hybrider Angreifer gerückt“. Er drückt sich aber um die Warumfrage und die Konsequenzen.
Deutschland bildete ab dem 7.5.2022 ukrainische Soldaten aus. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestags warnte damals, die Grenze zur Kriegsbeteiligung könnte damit überschritten sein. Dürfen wir uns wundern, dass Putin dies so sieht, wie ja auch Frau Baerbock eingestand? Seit 26.4.2022 unterstützt die NATO-Führungsmacht USA gemeinsam mit Elon Musk ukrainische Angriffe ins russische Hinterland in einem klassischen Stellvertreterkrieg.
Die täglichen Zerstörungen und Tötungen in Russland sind nur so möglich. Und wir spielen als Waffentransitland vorrangig mit. Eine Sprengstoffdrohne bei Waffentransportflugzeugen in Halle, die mit einem Fußtritt unschädlich zu machen war, ist Fake oder eine sehr gnädige Drohung durch Putin, falls er dahinter steckt. In diesem Fall Putin „dafür bezahlen“ zu lassen, ist so lächerlich wie Frau Baerbocks Absicht, Russland zu „ruinieren“. Hitlers Größenwahn und Goebbels' Kriegstüchtigkeitspropaganda sowie der 8. Mai 1945 müssten Merz und Pistorius warnen.
Aber beide scheinen von allen guten Geistern verlassen. Die Medien müssen endlich die Propaganda der Regierung hinterfragen. Echter Verfassungsschutz muss die Verfassungswidrigkeit dieser Kriegstreiber brandmarken und das Bundesverfassungsgericht die Waffenlieferungen für den Stellvertreterkrieg verbieten.
Die Bevölkerung, die unter dem Abbau des Sozialstaats zu Rüstungszwecken leidet, muss angeführt von den Gewerkschaften auf die Straßen gehen. Und die Kirchen müssen Friedensgebete veranstalten wie einst in der Leipziger Nicolaikirche. Sonst geraten wir immer mehr ins Fadenkreuz.
Quelle: Friedrich Gehring, Backnang
Redaktion backnang.online