Bürgermeisterinn Sabine Welte-Hauff mit  Ulrich Häußermann,  Paul Bek | © BJ. Lattner
Bürgermeisterinn Sabine Welte-Hauff mit Ulrich Häußermann, Paul Bek | © BJ. Lattner

Optimierung des Wassermanagements

Neues Konzept im Waldgebiet „Kreuzhalde“ in Aspach

Wasser in der Landschaft ist gut – aber es darf auch nicht zu viel Wasser sein. Deshalb hat das Forstamt des Rems-Murr-Kreises zusammen mit der Gemeinde Aspach für das Waldgebiet Kreuzhalde ein Konzert erarbeitet, um das Wasser-Management an Waldwegen und im Wald allgemein nachhaltig zu optimieren. Ziel dieses Konzepts ist es, durch zahlreiche kleinräumige Maßnahmen die natürliche Schwammwirkung des Waldes zu fördern und zu verbessern. Niederschlagswasser soll dabei möglichst wieder in den Wald geleitet werden, wo es langsam im Boden versickern und den Bäumen langfristig zur Verfügung stehen kann.

Waldgebiet „Kreuzhalde“ Aspach, Versickerungsgraben | © BJ. Lattner

 

Zu den geplanten Maßnahmen im Waldgebiet gehört beispielsweise an steilen Wegen Rohrdurchlässe (Dolen) durch wasserdurchlässige Steinschüttungen (Rigolen) zu ersetzen. Das Wasser wird durch die Steine verlangsamt und kann versickern, anstatt oberflächlich abzulaufen. Zusätzlich werden weitere kleinere Versickerungsgruben angelegt, um diesen Effekt zu verstärken. Außerdem soll mehr Wasserausleitung aus Wegseitengräben erfolgen. Versickerungsmulden, Verdunstungsmulden, Versickerungsgräben, Retensionsflächen und Wasserrückhalte an Wegen sind weitere geplante Maßnahmen. Auch die Schaffung neuer Stillgewässer gehört dazu.

Gefördert wird die Maßnahme durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) im Rahmen des Projekts „Dezentraler Wasserrückhalt im Wald“.Mit den Maßnahmen wird ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung des Wasserhaushalts im Wald geleistet. Insbesondere in Zeiten zunehmender Trockenheit kann dadurch die Wasserversorgung der Waldbäume verbessert und die Widerstandsfähigkeit des Waldes gegenüber den Folgen des Klimawandels gestärkt werden.

Verdunstungsmulde | Waldgebiet „Kreuzhalde“ in Aspach | © BJ. Lattner

 

Aspachs Bürgermeisterin Sabine Welte-Hauff stellte die Maßnahme am 8. September 2026 zusammen mit Fachleuten des Forstamts und dem Revierleiter Paul Bek am Waldspielplatz Allmersbach am Weinberg vor. Dabei stellte sich auch der neue Amtsleiter im Forstamt des Landkreises, Ulrich Häußermann vor. Er referierte über die aktuellen Probleme im Wald wie den heißen Sommer, der für viele Bäume durch die Trockenheit Stress bedeutet habe. So sei in diesem Sommer nur die Hälfte der üblichen Regenmenge gefallen. Gleichzeitig sie die Transpiration der Bäume durch die hohen Temperaturen gestiegen. Das bedeute die Notwendigkeit eines grundsätzlichen Umdenkens im Umgang mit dem Regenwasser. Häußermann betont: "Wir müssen den Umgang mit Wasser im Wald neu denken!" Ging es früher darum, dass Wasser möglichst schnell in Bächen abzuleiten, müsse es künftig darum gehen das Wasser im Wald zu halten und für die Bäume zu nutzen: "Schäden auf das Ökosystem Wald können durch Rückhaltung und Speicherung von Wasser abgemildert werden." Dazu müsse der Oberflächenabfluss reduziert und die Wasserspeicherung im Wald verstärkt werden. Gleichzeitig damit erzielte Effekte seien die Neubildung von Grundwasser und ein Schutz der Bebauung durch die Vermeidung von Überflutungen bei Starkregen.

Informationsbroschüre Wasserrückhalt als PDF

Redaktion backnang.online | Klaus J. Loderer

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