Reinhold Sczuka (Bürgermeister Althütte), Dr. Jens Steinat (Landtagsabgeordneter), Eva Doxara (Leiterin VHS Backnang), Maximilian Friedrich (Oberbürgermeister Backnang), Sabine Welte-Hauff (Bürgermeisterin Aspach) und Irmtraud Wiedersatz (Bürgermeisterin Burgstetten) | © BJ. Lattner
Reinhold Sczuka (Bürgermeister Althütte), Dr. Jens Steinat (Landtagsabgeordneter), Eva Doxara (Leiterin VHS Backnang), Maximilian Friedrich (Oberbürgermeister Backnang), Sabine Welte-Hauff (Bürgermeisterin Aspach) und Irmtraud Wiedersatz (Bürgermeisterin Burgstetten) | © BJ. Lattner


Menschen sollen sich an der Volkshochschule willkommen fühlen

Festakt und Tag der offenen Tür zum 80jährigen Jubiläum der Volkshochschule Backnang

Mit einem Tag der offenen Tür feierte die Volkshochschule Backnang ihr achtzigjähriges Bestehen. 1946 wurde die VHS gegründet, „das sind acht Jahrzehnte gelebter Bildungsarbeit, gesellschaftlicher Verantwortung und persönlicher Entwicklung,“ betonte Oberbürgermeister Maximilian Friedrich. Als Vorsitzender des Vereins VHS Backnang begrüßte er die zahlreichen Gäste. 

Festakt 80 Jahre Volkshochschule Backnang: VHS-Leiterin Eva Doxara bei ihrer Ansprache | © BJ. Lattner
Festakt 80 Jahre Volkshochschule Backnang: VHS-Leiterin Eva Doxara bei ihrer Ansprache | © BJ. Lattner

 

„Die Volkshochschule ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil unserer kommunalen Bildungslandschaft“
Das 75jährige Jubiläum konnte 2021 durch die Einschränkungen der Corona-Politik nicht gefeiert werden; die Feier wurde nun nachgeholt. Oberbürgermeister Maximilian Friedrich, der zur Feier eine essbare „80“ mitgebracht hatte, blickte in seiner Begrüßungsansprache auf die Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg zurück: „Es ging nicht allein um den Wiederaufbau von Gebäuden, Straßen und wirtschaftlichen Strukturen. Es ging ebenso darum, demokratische Werte wieder z verankern, geistige Freiheit zu ermöglichen und Menschen zur eigenständigen Urteilsbildung zu befähigen. Die Gründung der Volkshochschule war deshalb weit mehr als die Einrichtung eines zusätzlichen Bildungsangebots. Sie war Ausdruck eines demokratischen Aufbruchs und des Vertrauens darauf, dass eine freie Gesellschaft Bürgerinnen und Bürger braucht.“ Bereits in den ersten zwei Jahren habe das Programm mit mehr als 200 Kursen etwa 22.000 Menschen erreicht. Friedrich betonte: „Die Volkshochschule ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil unserer kommunalen Bildungslandschaft. Sie verbindet Generationen, bringt Menschen unterschiedlicher Herkunft und Lebenssituationen zusammen.“ 

Eva Doxara (rechts) mit der früheren VHS-Leiterin Monika Eckert | © BJ. Lattner
Eva Doxara (rechts) mit der früheren VHS-Leiterin Monika Eckert | © BJ. Lattner

 

In der aktuellen Zeit mit ihrem enormen Wandel sei es wichtig, ein Leben lang zu lernen. Die Aufgabe der Stadt sei es deshalb, dafür gute Rahmenbedingungen zu schaffen, so der Oberbürgermeister: „Denn eine zukunftsfähige Kommune braucht nicht nur attraktive Arbeitsplätze, leistungsfähige Unternehmen und eine moderne Infrastruktur. Sie braucht ebenso Orte, an denen Menschen ihr Potenzial entfalten können. Die Volkshochschule leistet dazu einen unverzichtbaren Beitrag. Sie macht deutlich, dass eine Stadt nicht nur durch das wächst, was sie baut, sondern vor allem durch das, was sie ihren Menschen ermöglicht.“ Genau deshalb sei die Volkshochschule ein Ort der Chancen, der Offenheit und des Miteinanders, so Maximilian Friedrich. Er dankte der Volkshochschule für das vielfältige Programm des Tages der offenen Tür. Als symbolisches Mitbringsel überreichte er VHS-Leiterin Eva Doxara eine gebackene „80“ aus dem Café Weller.

„Lernen begleitet uns durch alle Lebensphasen“
VHS-Leiterin Eva Doxara stellte ihre Rede unter ein Zitat des Philosophen Aristoteles, der die Sorge um die Bildung als Gemeinschaftsaufgabe sah. Für sie ist die Volkshochschule ein Haus für alle Menschen, die gemeinsam lernen, sich weiterbilden, kreativ sein oder etwas für ihre Gesundheit tun  wollen: „Lernen begleitet uns durch alle Lebensphasen.“ Die VHS soll aber nicht nur ein Haus der Bildung sondern auch der Begegnung und der Vielfalt sein. Menschen sollen sich in der VHS willkommen fühlen, Neues wagen und miteinander wachsen. Die Volkshochschule soll die Menschen dabei unterstützen, Veränderungen in der Gesellschaft, der Technik und des Lebens zu verstehen und mitzugestalten. Die Aufgaben reichen über die Stadt Backnang hinaus in die Region. Deshalb dankte Doxara besonders den Leitern und Leiterinnen der Außenstellen in den Umlandgemeinden. Das Jubiläum ist für Eva Doxara ein Anlass, zurückzublicken und zugleich mit Zuversicht nach vorne zu schauen: „Für mich als Leiterin ist dieses Jubiläum ein besonderer Moment. Ich darf eine Volkshochschule mit einer reichen Geschichte weiterführen und gemeinsam mit meinem Team ihre Zukunft gestalten. Dabei verstehe ich die vergangenen 80 Jahre als Ermutigung und als Auftrag: Bewährtes weiterzutragen und offen für Neues zu bleiben.“

Einen Rückblick auf die Anfangszeit der Volkshochschule gab Klaus J. Loderer. Eröffnet wurde die Volkshochschule am 8. Dezember 1946 mit einem Festakt im Filmtheater, dem heutigen Traumpalast. Das Publikum schmunzelte bei der Aufzählung der zuerst angebotenen Kurse: „Psychologie, kaufmännische Betriebslehre und Schriftverkehr, Einführung in die Chemie und Stoffkunde des Eisens“. Erster provisorischer Sitz war das Gebäude der Buchdruckerei Stroh in der Postgasse. Richtige Räume erhielt die Volkshochschule schließlich im Gebäude Ölberg 10. Und auch der Etzwiesenberg war über mehrere Jahre das Haus der Volkshochschule bis der Umzug in das Bildungshaus erfolgte. Wie die Seiten eines alten „Goldenen Buchs“ zeigen, gab es in den 1950er-Jahren auch zahlreiche Konzerte.

Quilt-Treff der VHS Backnang | © BJ. Lattner
Quilt-Treff der VHS Backnang | © BJ. Lattner

 

Musikalische Umrahmung durch die Jugendmusik- und Kunstschule
Neben dem Landtagsabgeordneten Dr. Jens Steinat und Mitgliedern des Gemeinderats war auch die Dezernentin für Soziales und Kultur Regine Wüllenweber anwesend. Aus den Umlandgemeinden beehrten Bürgermeisterin Sabine Welte-Hauff aus Aspach, die auch stellvertretende Vorsitzende des Vereins VHS Backnang ist, Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz und Bürgermeister Reinhold Sczuka aus Althütte die Feier. Der Einladung gefolgt sind auch die früheren Leiter der VHS, Monika Eckert und Otmar Gotterbarm. Im Festakt wurde auch ein Bild überreich, das Frau Goertsches, Witwe des vorvorigen Leiters der VHS, wenige Tage zuvor der VHS überreicht hatte. Es zeigt Entwürfe des Grafikers Hellmut G. Bomm zu früheren VHS-Programmheften.

Martina Mergenthaler und und Sara Demiröz | © BJ. Lattner
Martina Mergenthaler und und Sara Demiröz | © BJ. Lattner

 

Martina Mergenthaler und Sara Demiröz, beide Schülerinnen der Jugendmusik- und Kunstschule Backnang, umrahmten den Festakt mit Musikstücken für Querflöte und Harfe. Nach dem Anschneiden der Jubiläumstorte durch Oberbürgermeister Friedrich bestand beim Sektempfang Gelegenheit zu Gesprächen. 

Schnupperkurs mediteranes Fingerfood mit Stefan Hoffmann | © BJ. Lattner
Schnupperkurs mediteranes Fingerfood mit Stefan Hoffmann | © BJ. Lattner

 

Ab Mittag konnten die zahlreichen Besucher die Unterrichtsräume des Hauses besuchen, in denen eine Vielzahl von Schnupperveranstaltungen stattfanden. Zahlreiche Arbeiten präsentierten die Quiltgruppe der VHS und die Klöppelgruppe. Viele Dozentinnen und Dozenten stellten ihre Kurse vor. Lebhaft ging es in den Gesundheitsräume zu, in denen ein Querschnitt durch das reiche Kursangebot in den Bereichen Yoga, Zumba und weiteren Bewegungsarten geboten wurde. Für Kinder gab es einen Zauberkurs und modische Tattoos. Ein Vortrag bot Einblicke in die Geschichte des Bildungshauses und der Entwicklung der Bahnhofstraße.

Auch Vera Heyers Montagsmalkurse waren mit zahlreichen Bildern präsent. Diese Ausstellung mit Acrylbildern werden weiterhin im ersten Stock des Bildungshauses zu sehen sein. Vera Heyer präsentiert dort auch einige Ergebnisse ihrer Kindermalkurse.

Quelle: Volkshochschule Backnang

Redaktion backnang.online

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