Osteoporose
Mit dem Alter steigt das Risiko für Knochenbrüche
AOK-Auswertung zeigt deutliche Altersabhängigkeit – rückläufige Patienten-Zahl im Rems-Murr-Kreis
Osteoporose – umgangssprachlich Knochenschwund – tritt besonders häufig im höheren Lebensalter auf. Das zeigt auch eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK: Die absolute Zahl der Betroffenen steigt insbesondere ab dem 50. Lebensjahr kontinuierlich an und erreicht bei den 80- bis 84-Jährigen ihren Höchststand. Gleichzeitig bleibt die Erkrankung oftmals lange unerkannt und wird nicht selten erst im Zusammenhang mit einem Knochenbruch diagnostiziert.
Laut einer aktuellen Auswertung der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr waren 2024 im Rems-Murr-Kreis 4.529 oder 2,6 Prozent ihrer Versicherter offiziell wegen Osteoporose in ärztlicher Behandlung. Für ganz Baden-Württemberg zählte die Gesundheitskasse knapp über 134.000 betroffene Versicherte. Dies entspricht einem Anteil von 2,95 Prozent. Zwischen 2020 und 2024 ist die Zahl der Erkrankten im Landkreis um 1,48 Prozent und landesweit um 1,18 Prozent gesunken.
„Osteoporose entsteht, wenn der Knochen an Masse und innerer Stabilität verliert. Dadurch wird er weniger belastbar und kann leichter brechen. Das persönliche Risiko steigt unter anderem mit zunehmendem Alter, früheren Frakturen aufgrund einer Osteoporose, einer Osteoporose oder Hüftfraktur bei nahen Angehörigen, Untergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, häufigen Stürzen sowie bestimmten Erkrankungen und Medikamenten“, sagt Petra Dierich, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg.
Nicht nur die Knochendichte ist entscheidend
Für die Beurteilung einer Osteoporose werden persönliche Risikofaktoren und frühere Frakturen erfasst, der Körper untersucht und die Knochendichte gemessen. Die sogenannte DXA-Messung gilt dabei als Standardverfahren. Je nach Situation können zusätzlich Blutuntersuchungen oder eine Bildgebung der Wirbelsäule erforderlich sein.
Die Knochendichte allein lässt jedoch keine Aussage darüber zu, ob und wann ein Knochenbruch auftritt. Für die Therapieentscheidung wird das absolute Frakturrisiko berücksichtigt – das heißt, auch individuell vorliegenden Risikofaktoren, wie etwa das Alter, familiäre Häufung oder das Rauchverhalten werden miteinbezogen.
„Ab dem 70. Lebensjahr sollte das Osteoporose- und Frakturrisiko genauer betrachtet werden. Bei zusätzlichen Risikofaktoren kann eine Abklärung bereits früher sinnvoll sein“, so die AOK-Ärztin.
Bewegung und ausgewogene Ernährung
Die Grundlage der Osteoporose-Prävention und -Behandlung bilden regelmäßige Bewegung, Muskel- und Gleichgewichtstraining sowie Sturzprävention. Auch eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D ist wichtig. Darüber hinaus kann eine spezifische medikamentöse Therapie angezeigt sein. Ab einem Drei-Jahres-Frakturrisiko von fünf Prozent reichen Bewegung und Ernährung eventuell nicht mehr aus.
Für Erwachsene empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung täglich 1.000 Milligramm Calcium über die Nahrung aufzunehmen. Gute Calciumquellen sind unter anderem Milch und Milchprodukte, grünes Gemüse, Nüsse und Samen sowie calciumreiches Mineralwasser.
„Das Ziel der Osteoporose-Behandlung ist nicht, einen bestimmten Messwert zu erreichen. Entscheidend ist, Knochenbrüche zu verhindern und Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten“, erklärt Petra Dierich.
Quelle: AOK – Die Gesundheitskasse Ludwigsburg-Rems-Murr
Redaktion backnang.online