Ehrungen für verdiente Bürger
Neujahrsempfang 2026 der Stadt Backnang
Seit 1982 spielt Albert Lang mit den Turmbläsern auf dem Backnanger Stadtturm Ehrungen für verdiente Bürger beim 60. Neujahrsempfang im Backnanger Bürgerhaus Der Neujahrsempfang der Stadt Backnang ist auch immer ein Anlass für Ehrungen von Persönlichkeiten, die sich um die Allgemeinheit und das Wohl Backnangs verdient gemacht haben. Am 9. Januar 2026 standen sieben Ehrungen auf dem Programm. Albert Lang erhielt die Backnanger Kanne, der Ehrenteller der Stadt Backnang ging an Dr. Annedore Bauer-Lachenmaier, Ingrid Beerkircher, Umberto Guancialino, Pia Täpsi-Kleinpeterund Helga Wilke. Oberbürgermeister Maximilian Friedrich überreichte die Ehrungen, die im Backnanger Ehrungssystem die dritt- und vierthöchste Stufe darstellen, unter dem Beifall des Publikums.
Ehrenteller der Stadt Backnang
Mit dem Ehrenteller wurde die frühere Rektorin der Plaisirschule Dr. Annedore Bauer-Lachenmaier geehrt. Oberbürgermeister Friedrich würdigte: „Sie haben Schule nicht nur als Ort des Lernens verstanden, sondern als Lebensraum – offen, kreativ, naturverbunden und zutiefst menschlich. Viele Projekte, die Sie initiiert und vorangetrieben haben, strahlten weit über Backnang hinaus und wirken bis heute nach.“Vielfältige ehrenamtliche Engagements seien im Ruhestand dazu gekommen, zählt Friedrich auf: die Mitgründung des Fördervereins Bandhaustheater, das Offenen Bücherregals, als Sängerin im Kammerchor der Stiftskirche, als Ersatzschöffin am Amtsgericht Backnang und im Leitungsteam der LiteratTour. „All dies zeugt von einem tiefen Verantwortungsgefühl für das Gemeinwohl, von kultureller Neugier, von sozialem Engagement – und von einer unermüdlichen Bereitschaft, sich einzubringen.“
Auch Ingrid Beerkircher wurde mit dem Ehrenteller ausgezeichnet. OB Friedrich zählt ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten auf als stellvertretende Vorsitzende des Vereins für Kinder und im Sportkreis. Von 2017 bis 2019 sei sie Gemeinderätin gewesen und viele Jahre stellvertretende Vorsitzende des CDU-Stadtverbands. Außerdem habe sie fünfzehn Jahre lang als Schöffin beim Landgericht Stuttgart einen wichtigen Beitrag zu unserer demokratischen Gesellschaft geleistet. „Besonders eng verbunden ist Ihr Name jedoch mit dem Sport – und hier ganz besonders mit dem Fußball,“ wechselte der OB das Thema: „Sie sind im Vorstand als Beirat im TSG Backnang Förderkreis. Seit 2023 sind Sie Vorstandsmitglied im Förderkreis der TSG Backnang Fußball im Bereich Event, zudem Vorsitzende des Fördervereins. Darüber hinaus sind Sie Präsidentin eines Borussia-Dortmund-Fanclubs – ein weiteres Zeichen Ihrer ausgeprägten Fußballleidenschaft.“
Der Oberbürgermeister blieb mit der nächsten Ehrung im Bereich Fußball. Denn der aus Italien stammende Umberto Guancialino war viele Jahre als Schiedsrichter tätig. „Seit dem 1. Januar 1966, also seit nunmehr fast sechs Jahrzehnten, stehen Sie als Schiedsrichter auf den Fußballplätzen unserer Region. 60 Jahre lang Woche für Woche, bei Sonne, Regen, Hitze und Kälte. Damit gehören Sie zu den dienstältesten aktiven Schiedsrichtern nicht nur in Backnang, sondern in ganz Deutschland,“ würdigte Friedrich: „Sie geben Ihre Erfahrung weiter, ermutigen, beraten und tragen die Faszination dieses wichtigen Ehrenamts weiter.“Guancialino war selbst auch Spieler und Trainer mit A-Lizenz. Im SWR wurde er 2024 zum SWR-Sporthelden gewählt.
Die in Sindelfingen geborene Juristin Pia Täpsi-Kleinpeterist seit 1991 in Backnang als Rechtsanwältin tätig. Über viele Jahre sei sie in der Kommunalpolitik tätig gewesen, würdigte der Oberbürgermeister: „Von 2009 bis 2024 waren Sie Mitglied des Gemeinderats der Stadt Backnang. In diesen 15 Jahren haben Sie sich mit fundiertem Fachwissen, großem Engagement, analytischem Blick und hoher Einsatzbereitschaft für die Entwicklung unserer Stadt eingesetzt. Ihre Mitarbeit im Verwaltungs- und Finanzausschuss, im Verkehrsausschuss so-wie im Schulbeirat war stets von Sachlichkeit, Dialogbereitschaft und dem Willen zu tragfähigen Lösungen geprägt.“ Dazu komme ihr Engagement für Frauen, das 2008 zur Gründung des Frauenforums führte. „Darüber hinaus engagieren Sie sich seit vielen Jahren in der Eltern-, Jugend- und Seniorenarbeit, unter anderem an der Mörikeschule und am Max-Born-Gymnasium, in Fördervereinen, bei der Jugendmusikschule sowie im Seniorentreff 60plus. Bis zum vergangenen Jahr waren Sie zudem Vorsitzende des Fördervereins Freunde des Kulturzentrums Stiftshof e. V. und haben dort mit großem Einsatz finanzielle Mittel für kulturelle Einrichtungen wie das Bandhaus Theater akquiriert.“
Helga Wilke war von 1958 bis 1997 Beamtin bei der Deutschen Bundespost. Oberbürgermeister Friedrich würdigte ihr Engagement in der Hospizarbeit, für die sie 2015 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde: „Über zehn Jahre hinweg begleiteten Sie rund einhundert Menschen in der Hospizarbeit – tagsüber wie nachts – in ihrer letzten Lebensphase. Sie waren für Demenzerkrankte da, um Angehörige zu entlasten. Sie unterstützten Kinder als Hausaufgabenhelferin und Lesepatin, engagierten sich im Weltladen für fairen Handel, halfen Geflüchteten beim Erlernen der deutschen Sprache, wirkten im Seniorendienst, im Besuchsdienst, im Fahrdienst, im offenen Bücherregal, am Obstmarkt und in zahlreichen weiteren sozialen Bereichen.“
Redaktion backnang.online | Klaus J. Loderer