Mehr Respekt im Freibad
Leserbrief von Andreas Brunold
Alleine mit einigen „flotten Sprüchen“ für mehr Rücksichtnahme und Respekt wird im Backnanger Freibad keine Veränderung der v.a. an Hitzetagen unzumutbaren Zustände erreicht werden können. Gerade an diesen Tagen sinkt die Reizschwelle für Aggressionen deutlich, was negative Auswirkungen auf das Gruppenverhalten von Badegästen an diesem sozialen Hotspot hat. Volle Becken bzw. Beckenränder provozieren Konflikte, die nur durch zusätzliches Badepersonal oder Security-Dienste in den Griff bekommen werden können.
Mit infantil anmutenden Slogans sollen hier v.a. bestimmte Zielgruppen von Besuchern angesprochen werden, die im öffentlich-sozialen Raum bzw. in einer ohnehin zunehmend anspruchsverwöhnten Gesellschaft durch solcherart Appelle kaum zur Einhaltung von Bade-regeln animiert werden können. Besonders eindrucksvoll war für mich ein Erlebnis im letzten Jahr, als erst durch meine Bitte das Schild der Haus- und Badeordnung im Bereich des Standorts der Beckenaufsicht von überwuchernden Pflanzen freigelegt wurde. Ein Jahr zuvor wurden erst nach langem Bemühen zwei Nichtraucherschilder am Schwimmerbecken angebracht. Nun befindet sich – trotz des neuen Nichtraucherschutzgesetzes – dort unweit eine Raucherzone, obwohl eine einzige Zone unmittelbar am Kiosk völlig ausreichen würde. Im Spagat zwischen Spaßfaktor und Gewinnorientierung tut sich das Backnanger Wonnemar eben nach wie vor sehr schwer! Letztlich geht es jedoch gerade im heterogen sozialen Gefüge des Backnanger Wonnemar um die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. Hier darf keine weitere Privatisierung des öffentlichen Raums stattfinden.
Leserbrief: Andreas Brunold, Backnang